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By Gastro.de Team Posted on 04-02-2014
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Dinner Porn, Südkorea, Internet, The Diva
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Category: Gastronomy Online
Dinner Porn ist der letzte Schrei im südkoreanischen Internet
Uploaded by: Gastro.de Team
Screenshot: YouTube
Japan ist das Land der seltsamen Bräuche und Fetischisten? Schauen Sie mal nach Südkorea. Im dortigen Netz macht nämlich eine neue Spielart der Pornografie die große Runde: Menschen schauen anderen Menschen beim Essen zu. Auf dem Bildschirm. Über das Internet. „Dinner Porn“ nennt sich das dann.

Zumeist sind in den Videos junge, gutaussehende Menschen zu sehen. Nacktheit oder Sex sucht der gemeine geile Bock aber vergeblich. Hier geht es nämlich ums speisen, spachteln, schlingen. Das ganze hat sogar einen Namen: „Mok-Bang“. Diese Wortkombination setzt sich zusammen aus den koreanischen Begriffen für „essen“ und „Übertragung“. Der Trend zum Essen-in-sich-heineinstopfen-im-Internet kam im asiatischen Land bereits Anfang 2013 auf, berichtet das Nerdportal „Kotaku“.

Das Phänomen treibt mittlerweile seltsame Blüten. Jung Woo Ha scheint besonders beliebt bei den Zuschauern zu sein. Online gilt er nämlich als erstzunehmender Schauspieler, in Foren bestätigen ihm Dinner Porn-Freaks, besonders köstlich in die Kamera schmatzen zu können. „Mok-bang“ Livestreams sind echte Quotenhits in Südkorea.

Im Herbst letzten Jahres ging das ganze dann erst richtig durch die Decke. „Mok-bang“ wurde in einem bedeutenden Online Video-Netzwerk namens „Afreeca TV“ gezeigt. Dort lässt sich sehr gut und zeitnah messen, ob ein Stream den Geschmack der Zuschauer trifft. Mittels einer virtuellen Währung namens „Star Ballons“ werden die Beiträge der „Broadcast Jockeys" nämlich live honoriert. Somit können die Internet-Esser mit ihren Shows auch echtes Geld verdienen – manchmal tausende Dollars mit nur einem einzigen Video.

Eine der beliebtesten und bekanntesten Mok-Bang Broadcast Jockeys nennt sich „The Diva“. Tagsüber arbeitet sie in einer Beratungsagentur, abends stopft sie Unmengen in sich herein. Meistens startet sie den Stream zwischen acht und neun Uhr – um dann stundenlang vor der Webcam zu fressen. Weder Person noch Speisen sind aber unappetitlich. Von Pizza bis hin zu traditionellem koreanischen Essen wird einfach alles von der Frau durchgeschleust.

In einem Artikel in „The Kyunghyang Shinmun“ berichtet The Diva, dass sie die Übertragungen aus Langeweile gestartet habe. Sie brauchte ein Hobby! Ein teures, und es wird auch auf die Hüften gehen. Sowohl die Kalorien einer Sitzung als auch die Kosten für das Essen gehen nämlich jeden Monat in die Tausende. Aber wie gesagt, als Star im Dinner Porn-Business verdient es sich nicht schlecht. Ein warmes Süppchen wird sie davon bestimmt auch nach der Karriere bezahlen können. Wenn die noch reinpasst.

Wie lässt sich nun der Erfolg der ganzen Geschichte erklären? Ist es die schiere Essensgeilheit, Hunger oder doch einfach nur schnöder Voyeurismus? Die koreanische Website „Dailian“ meint, dass die Leute sich Mok-Bang anschauen, weil sie nicht alleine essen wollen. Die Liebe zum Essen und die anschließenden Chats spielten aber auch eine Rolle, heißt es weiter. Guten Appetit. Demnächst auch in Ihrem Internet.

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