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von XXX Erstellt am 31.10.2016
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Nachhaltig, Fairteiler, Lebensmittelverschwendung, Resteverwertung, Beste-Reste-Box
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Von wegen Abfall: Resteverwertung liegt im Trend
Foto von: XXX
Ab in den Müll damit – viele Lebensmittel landen im Abfall, obwohl sie noch verwertbar sind. Die Deutschen sind Weltmeister im Wegschmeißen. Nach einer Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2012 wirft jeder Deutsche pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg – das entspricht etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen. Auf das ganze Land hochgerechnet ergibt das einen gewaltigen Berg von 6,7 Millionen Tonnen.Doch wie kann man solche Massen vermeiden und nachhaltiger konsumieren?

Das fragt man sich auch in der Gastronomie, wo die Abfälle zunehmend zum Problem werden. Einige Gastwirte haben den unangenehmen Trend bereits erkannt und steuern dagegen. Von Strafgebühren für nicht aufgegessene Speisen war schon die Rede. Doch auch das muss nicht unbedingt sein. So haben die Green Chefs, ein Zusammenschluss von über 200 Gastronomen, ein Bonussystem für aufgegessene Teller entwickelt. Anstelle noch volle Teller zu bestrafen wird hier belohnt, wer aufgegessen hat. Green Chefs, die ein Buffet anbieten, halten dafür Bonuskärtchen bereit: Gäste, die ihren Teller leer zurückgeben, bekommen einen Stempel – bei zehn Stempeln gibt’s einmal Buffet frei Haus.

Doch nicht immer schafft man als Gast eine Portion und nicht jeder traut sich, die Reste mit nachhause zunehmen. Dabei ist das besonders nachhaltig und effizient. In den USA, dem Land der Riesenportionen ist es längst üblich, nicht Verzehrtes mit nach Hause zu nehmen.: 91 Prozent der Amerikaner nutzten bereits im Jahr 2002 Reste-Boxen.

Auch in Deutschland soll das jetzt salonfähig werden. Zumindest, wenn es nach dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geht, das für seine Beste-Reste Box im Rahmen der Initiative „Zu gut für die Tonne“ wirbt. Gastronomen können diese Boxen für die Gäste bereit halten und so zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen beitragen. Die Initiative soll auf das Problem aufmerksam zu machen. Im Netz gibt es Rezepte für Gerichte aus Lebensmittelresten und Tipps zur Restverwertung. Eine App informiert und hält ebenfalls Rezepte bereit. Auch ein Bundespreis für Unternehmen und Einzelpersonen, die sich besonders für Restverwertung stark machen wurde bereits ausgelobt.

Nicht nur der Bund auch Forscher an Universitäten suchen nach Wegen, Abfälle zu vermeiden und Unternehmen für das Thema zu sensibilisieren. So hat die FH Münster die Webseite „LAV – Lebensmittel Abfall Vermeiden“ gestartet, die kleinen und mittelständischen Unternehmen aus dem Gastronomiebereich dabei helfen soll, Lebensmittelreste zu vermeiden. Zahlreiche Tipps finden sich hier, die zur Nachhaltigkeit anregen sollen. Unternehmer haben Zugang zu rund 500 Instrumenten wie Mess- und Checklisten sowie Kalkulationstabellen und Schulungsunterlagen.

Findige Start-Up Unternehmen aus dem Technologiebereich haben den Trend zur Nachhaltigkeit ebenfalls erkannt und bieten Anwendungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung an. So haben sich beispielsweise die Entwickler der App "Too Good to Go" mit dem Thema beschäftigt. Ergebnis ist ein virtueller Marktplatz für übrig gebliebene Speisen. Restaurants, Cafés oder Bäckereien können sich als teilnehmende Betriebe anmelden und so kurz vor Ladenschluss ihr restliches Essen vergünstigt verkaufen. Hungrige Nutzer wählen einfach in der App aus, in welchem Restaurant oder Geschäft sie Essen abholen möchten. Ein simples Prinzip, das Schule machen könnte.

Auch Privatpersonen, die der Lebensmittelverschwendung etwas entgegensetzen wollen, finden passende Angebote. Lokale Netzwerke praktizieren das Konzept des Foodsharing und bieten nicht verzehrte Reste ebenfalls über das Internet in sozialen Netzwerken und auf Webseiten gratis an. Interessierte können sich hier registrieren und dann ihre Lebensmittel kostenfrei anbieten bzw. nicht Verzehrtes bei anderen Teilnehmern abholen. Besonders jüngere Menschen nutzen diese Wege. Doch nicht nur virtuell werden Speisen geteilt- in vielen großen Städten stehen so genannte Fairteiler bereit- das sind Schränke in denen Lebensmittel ebenfalls kostenfrei abgeholt werden können. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem dafür an, Menschen die finanzielle Probleme haben mit Lebensmitteln zu versorgen.

Egal ob spenden, mit aus dem Restaurant nach Hause nehmen oder Reste beim Kochen verwenden – ein richtiger Schritt scheint in jedem Fall getan. Denn es gibt viele Initiativen, die versuchen für das Thema Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren. Man wird sehen müssen, inwieweit sich die Abfallmassen in den nächsten Jahren tatsächlich begrenzen lassen.

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